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Nach den Eisbären bekunden nun auch in der Arktis beheimatete Walrosse Mühe mit dem Klimawandel. Diese könnten nach Einschätzung der Umweltschützer die durch die globale Klimaerwärmung anhaltende Eisschmelze kaum überleben.

Chukotka Wrangel Island
Walrosse lieben beim Ausruhen auf der Eisscholle vor Wrangel Island den engen Körperkontakt.

Wie die Leiterin der russischen Zweigstelle des Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW), Maria Woronzowa, Ende 2011 zum Welttag des Walrosses, sagte, ernähren sich diese seltenen Tiere vorwiegend von Muscheln. Um das Futter zu erreichen, müssen sie von der Eiskante aus in eine geringe Tiefe abtauchen. Obwohl sie sich meist nicht tiefer als etwa 80 Meter begeben, sind in Einzelfällen Tauchtiefen von bis zu 180 Metern nachgewiesen. Walrosse können bis zu 30 Minuten lang tauchen.

Walrosse in Vankarem
Die Kolonie von Vankarem im russischen Chukotka ist in den letzten 10 Jahren um die Hälfte zurückgegangen.

Da die abschmelzende Eisdecke sich immer weiter nach Norden in tiefere Gebiete entfernt, haben die Walrosse immer weniger Chancen, in den gewohnten Futtergründen an ihre Nahrung zu kommen, und müssen daher immer grössere Entfernungen zurücklegen, um ihre Jagdorte zu erreichen. Laut Woronzowa ist diese im Rotbuch erfasste Robbenart noch wenig erforscht. Auch liegen keine genauen Angaben über ihre Bestände vor. Die Population der Atlantischen Walrosse, einer Unterart dieser Meeresraubtiere, wird gegenwärtig auf 15.000 Exemplare geschätzt. Nach Angaben der Nordatlantischen Kommission für Meeressäugetiere soll sich der Gesamtbestand der Walrosse weltweit auf etwa 200.000 Exemplare belaufen.

Atlantisches Walross
Das Atlantische Walross ist im Vergleich zum Pazifischen Walross etwas keiner.

Der russische Ableger der Tierschutzorganisation WWF (World Wildlife Fund) plant, im 2012 mit Hilfe von Weltraumaufnahmen eine Landkarte für die Sammelplätze der Walrosse in der Arktis zu erstellen, um die Bestände möglichst genau zu ermitteln.