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Die Eisschmelze öffnet die Arktis. Früher war durch die vereiste Nordwestpassage für Grönlandwale kein Durchkommen. Dies hat sich nun verändert. Forscher konnten per Sender markierter Tiere beobachten, wie sie die Wasserwege im Norden Kanadas durchschwammen.

Grönlandwal in der Nordostpassage
Die Eisschmelze macht es möglich, Grönlandwale durchschwimmen die Nordostpassage

In den Jahren 2001 bis 2010 haben Wissenschaftler immer wieder Wale mit Peilsendern versehen, um ihre Bewegungen durch die Ozeane nachzuvollziehen. Grönlandwale legen auf ihren Wanderungen oft über 6.000 Kilometer zurück. Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler ab 2001 insgesamt 122 Grönlandwale im Atlantik und von 2006 bis 2010 58 Wale im Pazifik mit Sendern markiert. Per Satellit konnten sie so die Wanderung der Tiere verfolgen, die ausschliesslich in arktischen Gewässern vorkommen. Bereits im Herbst 2002 und 2006 habe man Wale beobachtet, die weit in die Nordwestpassage hineinschwammen und dann wieder umkehrten, sagen die Forscher.

Grönlandwale
Im Herbst 2010 trafen sich 2 Grönlandwale aus unterschiedlichen Populationen in der Nordwestpassage.

Im Herbst 2010 haben Forscher des «Greenland Institutes of Natural Resources» erstmals beobachtet, wie sich zwei Tiere aus unterschiedlichen Populationen im Viscount Melville Sound trafen und einige Tage gemeinsam umherschwammen. Skelette von etwa 10.000 Jahre alten Walen belegen zudem, dass Grönlandwale schon zu dieser Zeit die Nordwestpassage nutzten. Da seit 1990 das arktische Eisschild immer weiter schrumpft, könnte der Seeweg in Zukunft wieder mehr von den Meeressäugern genutzt werden – gleiches gilt natürlich auch für andere an diese Klimazone angepasste Tierarten.

Grönlandwal