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Seeleute der russischen Pazifikflotte haben Ende August 2014 auf Wrangel Island einen Marinestützpunkt aufgestellt, wie ein Sprecher des Flottenkommandos erklärte. «Seeleute, die an Bord der «Marshal Gelovani» auf die arktische Insel für hydrographische Forschung gelangt sind, haben die russische Marineflagge auf der Insel gehisst. Dies bedeutet zum ersten Mal die Stationierung und den Aufbau einer Basis in diesem Gebiet», sagt der Sprecher, Kapitän Roman Martov.

Seit genau 90 Jahren gehört die strategisch wichtige Wrangel Insel zu Russland.
Seit genau 90 Jahren gehört die strategisch wichtige Wrangel Insel zu Russland.

Der Zeitpunkt, nämlich der 20. August wurde bewusst gewählt. Denn genau an dem Tag vor 90 Jahren wurde zum ersten Mal die russische Flagge auf der Insel aufgezogen. Damit hatte damals die noch junge Sowjetunion ihren Anspruch auf die Insel bekräftigt. Die knapp 7'600 km2 grosse Wrangel Insel liegt 140 Kilometer nördlich der Küste Sibiriens, rund 2'000 Kilometer vom Nordpol entfernt und relative nahe an Alaska. Bekannt ist die Insel als letzter Ort, an dem einst Wollhaarmammuts lebten, nämlich noch vor rund 3'700 Jahren.

Heiner Kubny von PolarNEWS mit einem Mammut-Stosszahn in Wrangel Island.
Heiner Kubny von PolarNEWS mit einem Mammut-Stosszahn in Wrangel Island.

Zeitweilig hätten auch die USA und Grossbritannien Ansprüche auf die Insel erhoben. Die UdSSR hätte die Frage diplomatisch lösen wollen, was aber zu keinem Erfolg geführt hätte. Erst als vor genau 90 Jahren, am 20. August 1924, der mit dem Schiff «Roter Oktober» angereiste Offizier Boris Dawydow auf der Insel die Fahne der damals noch jungen Sowjetunion gehisst hatte, seien die dortigen US-Siedler vertrieben worden, hiess es. Genau seit diesem Datum sei es üblich, Wrangel Island zum russischen Territorium zu zählen, so Marinesprecher Martow.

Wrangel Island ist auch bekannt als «Kinderstube der Eisbären». Nirgends kommen mehr Jungtiere zur Welt als auf der verlassenen Insel im arktischen Ozean.
Wrangel Island ist auch bekannt als «Kinderstube der Eisbären». Nirgends kommen mehr Jungtiere zur Welt als auf der verlassenen Insel im arktischen Ozean.

Russland will mit einer zunehmenden Militärpräsenz in der Arktis auch seine Ansprüche auf die dort vermuteten Bodenschätze wie Edelmetalle, Öl und Gas untermauern. Experten sehen darin nicht zuletzt ein Drohpotenzial gegen andere Arktis-Anrainer wie die USA und Kanada.

Quelle: ITAR-TASS