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Der russische Eisbrecher «Lenin» war der erste atombetriebene, zivil genutzte Eisbrecher der Welt und wurde von der ehemaligen Sowjetunion in Auftrag gegeben und in Finnland gebaut. Zwischen 1959 und 1989 pflügte die «Lenin» durch das Eis der nördlichen Seerouten. Heute ist das Schiff in Murmansk vertäut und dient als Museum für die russische Eisbrecherflotte. Nun soll sie mit Hilfe von russischen, norwegischen und finnischen Partnern in ein Expozentrum für die Arktis umgewandelt werden.

Die «Lenin» wurde 1959 als erstes nicht-militärisches, nuklearbetriebenes Schiff in Dienst gestellt.
Die «Lenin» wurde 1959 als erstes nicht-militärisches, nuklearbetriebenes Schiff in Dienst gestellt.

Unter der Führung des Arktiszentrums der Universität Lappland (Finnland) haben sich Atomflot in Murmansk (Russland) und Polaria in Tromsø (Norwegen) für dieses Projekt zusammengetan. Das Kolarctic Programm, ein grenzübergreifendes Projekt der EU, hat zu diesem Zweck €1.2 Millionen bewilligt. Es ist geplant, ein wissenschaftliches Ausstellungszentrum an Bord der «Lenin» einzurichten, welches die Besucher über die verschiedenen Aspekte der Arktis aufgrund wissenschaftlicher Fakten zu informieren. Weiter möchte das Projekt auf die Aktivitäten in den Bereichen Bildung und Tourismusentwicklung in den arktischen gebieten der Partnerländer hinweisen. Das Ziel des Projekts ist es, neue und Ausstellungen und innovative Kommunikationsmittel zu entwickeln, um den Informationsfluss auf lokaler und regionaler Eben zu verbessern. «Wirt möchten mit dem Projekt ein besseres Verständnis der Leute für Themen wie die arktischen Meeresgebiete, Klimawandel und Globalisierung erreichen», sagte Nicolas Gunslay vom Arktiszentrum und Hauptgeschäftsleiter des Projekts.

Einst Stolz der russischen Eisbrecherflotte, steht die «Lenin» heute als Museum und Konferenzzentrum zur Verfügung
Einst Stolz der russischen Eisbrecherflotte, steht die «Lenin» heute als Museum und Konferenzzentrum zur Verfügung

Die «Lenin» lief 1957 vom Stapel und wurde von der Sowjetunion 1959 offiziell als erstes nicht-militärisches, nuklearbetriebenes Schiff in Dienst gestellt. Mit ihren 2 Kernreaktoren (die aufgrund zweier Unfälle 1970 durch zwei modernere Reaktoren ersetzt wurden) und ihren 44'000 PS war sie ideal für die nördlichen Seewege. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde sie 1989 ausser Dienst gestellt und in Murmansk im Hafen verankert, wo sie seither als Museumsschiff genutzt wird.

Das norwegische Polaria-Zentrum in Tromsø und das Arktis-Zentrum in Rovaniemi (Finnland) sind bereits bekannte Ausstellungszentren während das Arktis-Expozentrum in Murmansk noch in seinen Anfangsphasen steht. Durch das Projekt haben die beteiligten Partner eine Möglichkeit, ihr Fachwissen zu teilen und dadurch ein neues Arktis-bezogenes Zentrum aufzubauen. Des Weiteren wird somit ein Netzwerk von Ausstellungs- und Informationszentren in den arktischen Regionen entstehen, welche die Möglichkeiten für zukünftige Bildungs- und Tourismusaktivitäten verbessern. «Durch den Austausch von Fachwissen werden sich die Möglichkeiten der Partner erhöhen, spezifische Ausstellungen und Aktivitäten zur Verbesserung der Bildung bei Lehrern und Schülern zu entwickeln und im Tourismus-Sektor spezielle Touren anbieten zu können», meint Nicolas Gunslay. Die Tatsache, dass das Zentrum auf der «Lenin» eingerichtet wird, bietet auch die Möglichkeit, etwas über die Geschichte und Technologien der Eisbrecher einem breiteren Publikum näher zu bringen.

Die ehemalige Offiziersmesse dient heute als Konzerenzraum.
Die ehemalige Offiziersmesse dient heute als Konzerenzraum.

All diese Ziele sollen durch das Planen und Durchführen einer wissenschaftlichen und historischen Ausstellung und die Entwicklung gemeinsamer Bildungsstrategien erreicht werden. Jedes Zentrum wird identische Ausstellungselemente aufweisen, die das Teilen von wichtigen und aktuellen Themen und Aspekten rund um die Arktis für Besucher in den jeweiligen Ländern ermöglichen sollen. «Dieses Projekt bietet eine einzigartige Möglichkeit, gemeinsame Bildungs- und Wissensstrategien zu entwickeln und wichtige Angelegenheiten, welche dieses verletzliche Ökosystem betreffen, besser bekannt zu machen», sagt Nicolas Gunslay weiter.

Quelle: Thomas Nilsen, www.barentsobserver.com

Bruecke der Lenin