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Wollhaarmammuts im Bereich der Beringsee überlebten aufgrund der speziellen Bedingungen der Region ihre Verwandten auf dem Festland um einige tausend Jahre. Nun haben Forscher herausgefunden, warum eine der letzten Populationen von Wollhaarmammuts auf einer abgelegenen Insel nahe Alaska ausstarb. Wahrscheinlich ist eine Kombination von steigendem Meeresspiegel und Verlust von Süsswasser der Grund gewesen.

Wollhaarmammuts lebten während der Eiszeiten in weiten Teilen der Nordhemisphäre. Aufgrund von Klimaveränderungen starben die Festlandpopulationen nach der letzten Eiszeit aus. Nur einige wenige Populationen überlebten im Beringseegebiet. Die letzten Mammuts lebten noch vor rund 2‘000 Jahren auf der Insel Wrangel.
Wollhaarmammuts lebten während der Eiszeiten in weiten Teilen der Nordhemisphäre. Aufgrund von Klimaveränderungen starben die Festlandpopulationen nach der letzten Eiszeit aus. Nur einige wenige Populationen überlebten im Beringseegebiet. Die letzten Mammuts lebten noch vor rund 2‘000 Jahren auf der Insel Wrangel.

Durch die Analyse von datierten Sedimentbohrkernen aus einem See auf St. Paul Island, fanden Forscher heraus, dass die Mammuts auf der Insel vor rund 5‘600 Jahren nach ihren Verwandten auf dem Festland ausstarben. Die Studie zeigte auch, dass die Insel in der Beringsee in derselben Zeit eine Phase extremer Trockenheit und schlechterer Wasserqualität durchlief. Matthew Woller, Leiter der Alaska Stable Isotope Facility der Universität von Alaska in Fairbanks und Mitautor der Studie, erklärt, dass die vergangenen Geschehnisse eine einzigartige Gelegenheit für die Forschung böten. Die Mammuts wurde auf der Insel festgesetzt, nachdem die steigenden Meerespiegel die Landbrücke der Beringstrasse unter Wasser gesetzt hatte. Auf der Insel überlebten die Mammuts noch weitere 5‘000 Jahre länger als die Populationen auf dem Festland. Es gibt keine Hinweise, dass Menschen in dieser Zeit auf der Insel vorkamen.

Das Forschungsteam nutzte Sedimentbohrkerne aus einem See auf der Insel St. Paul nahe Alaska zur Bestimmung des Aussterbegrundes. Bild: Matthew Woller
Das Forschungsteam nutzte Sedimentbohrkerne aus einem See auf der Insel St. Paul nahe Alaska zur Bestimmung des Aussterbegrundes. Bild: Matthew Woller

Im Jahr 2013 sammelten eine Gruppe von Forscher einen Sedimentbohrkern aus dem Bett eines der wenigen Süsswasserseen auf St. Paul Island. Woller und eine Kollege der UAF, Kyungcheol Choy, massen die stabilen Sauerstoffisotopenverhältnisse in prähistorischen Überbleibsel von aquatischen Insekten, die in den Sedimenten von vor, während und nach dem Aussterben der Mammuts vorgekommen waren. Die Überbleibsel der aquatischen Organismen, die in den See lebten enthielten Wasserisotopsignaturen in ihren Körpern, die es den Forschern erlaubte, ihre Exoskelette zu untersuchen und so herauszufinden, dass die Seespiegel sich zurückgezogen hatten. Die Überbleibsel von Diatomeen und Wasserwirbellose aus dem Bohrkern hatten sich auch über die Zeit verändert, was auf sinkende Seespiegel und Wasserqualität hinweist und so zum Aussterben der Mammuts führte. Die Stickstoffisotopenanalysen der datierten Mammutknochen und –zähne signalisierten zunehmend trockenere Bedingungen, die zum Aussterben führte. Woller sagt, dass diese Mehrfachbeweise über sinkende Seespiegel ein starker Hinweis seien, warum die Tiere verschwanden. „Sie zeichnen ein düsteres Bild über die Situation für diese Tiere,“ erklärt Woller weiter. „Süsswasserquellen scheinen Gründe dafür zu sein, was diese Tiere in diese unerträgliche Situation gebracht hatten.“

Der Süsswassersee auf St. Paul Island enthielt viele Rückstände von Insekten und Wassertieren, die den Forschern halfen herauszufinden, was die Gründe für das Aussterben der lokalen Mammutpopulation gewesen waren. Bild: Matthew Woller
Der Süsswassersee auf St. Paul Island enthielt viele Rückstände von Insekten und Wassertieren, die den Forschern halfen herauszufinden, was die Gründe für das Aussterben der lokalen Mammutpopulation gewesen waren. Bild: Matthew Woller

Die Studie bestimmte nicht nur eines der bestbekannten prähistorischen Aussterbeereignisse mit modernsten Methoden für alte Mammut-DANN, die in den Sedimenten von St. Paul Island-See gefunden worden waren, sondern zeigte auch die Anfälligkeit von kleinen Inselpopulationen auf Umweltveränderungen. Die Insel schrumpfte kontinuierlich auf ihre jetzige Grösse von 110 Quadratkilometer als die Meeresspiegel anstiegen. Damit schrumpfte auch die Möglichkeit für die Mammuts, neue Süsswasserquellen zu finden. Die Bedingungen veränderten sich graduell während rund 2‘000 Jahren, bis die Mammuts ausstarben. Woller meint zum Schluss, dass der gegenwärtige Klimawandel die Bedingungen noch schneller verändert und so die Geschichte des prähistorischen St. Paul Island wieder relevant werden lassen kann.

Quelle: Jeff Richardson, University of Alaska Fairbanks