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Die Unzugänglichkeit der beiden Pole der Erde hat ehrgeizige Menschen im frühen 20. Jahrhundert immer wieder zu riskanten Wettbewerben herausgefordert. Somit war es nur eine Frage der Zeit, wann erstmals Fluggeräte zu ihrer Erforschung zu Einsatz kommen sollten.

Amundsen war überzeugt, dass Peary der erste Mensch am Nordpol gewesen war. Daher zielte er darauf, mit einem Flugzeug am Pol zu landen. Nach einem Fehlschlag wechselte er auf ein Luftschiff.
Amundsen war überzeugt, dass Peary der erste Mensch am Nordpol gewesen war. Daher zielte er darauf, mit einem Flugzeug am Pol zu landen. Nach einem Fehlschlag wechselte er auf ein Luftschiff.

Das Rennen um den Nordpol war in den Augen der Weltöffentlichkeit gelaufen, als US-Amerikaner Robert Peary 1909 verkündet hatte, er sei dort gewesen. Roald Amundsen, der diese Tat eigentlich für sich und Norwegen hatte erreichen wollen, war trotz seines Sieges am Südpol immer auf den Norden und den Nordpol fixiert gewesen. Nach dem 1. Weltkrieg dauerte es nochmals fast 7 Jahre bis er seinen Plan, den Pol zu erreichen, in die Tat umsetzen konnte. 1925 versuchte er gemeinsam mit seinem Sponsor Lincoln Ellsworth, den Piloten Hjalmar Riiser-Larsen und Leif Dietrichson sowie zwei Mechanikern von Ny-Ålesund aus mit zwei Flugbooten des Typs Dornier Wal den Nordpol zu erreichen. Sie landeten an der Position 87° 43′ nördlicher Breite und 10° 20′ 1″ westlicher Länge, der bis dahin dem Nordpol am nächsten gelegenen mit einem Flugzeug erreichten Position.

Die Dornier Wal J gehörte zu den erfolgreichsten von Dornier gebauten Flugzeugen. Die Flugzeuge für Amundsen waren nach dessen Vorgaben speziell gefertigt worden und besassen je 2 360 PS starke Motoren. Original waren sie als Militärflugzeuge entwickelt worden.
Die Dornier Wal J gehörte zu den erfolgreichsten von Dornier gebauten Flugzeugen. Die Flugzeuge für Amundsen waren nach dessen Vorgaben speziell gefertigt worden und besassen je 2 360 PS starke Motoren. Original waren sie als Militärflugzeuge entwickelt worden.

Für den zweiten Anlauf war Amundsen dann an den italienischen Luftschiff-Pionier Umberto Nobile herangetreten. Mit finanzieller Unterstützung vor allem des norwegischen Aeroclubs, aber auch des italienischen Staates und des reichen Amerikaners Lincoln Ellsworth wurde das 106 Meter lange italienische Luftschiff N1 gekauft, auf den Namen «Norge» getauft und für die Fahrt von Spitzbergen über den Nordpol nach Alaska ausgerüstet.

Das Luftschiff «Norge» in Ny-Ålesund im Mai 1926 kurz vor dem Start in Richtung Nordpol.
Das Luftschiff «Norge» in Ny-Ålesund im Mai 1926 kurz vor dem Start in Richtung Nordpol.

Als die Fahrt der Abenteurer schliesslich am 11. Mai 1926 gestartet wurde, musste die Besatzung davon ausgehen, dass es einer dreimotorigen Fokker mit Richard Byrd und Floyd Bennett an Bord bereits wenige Tage früher gelungen war, den Nordpol zu passieren. Später wurde bekannt, dass die beiden Amerikaner sich verflogen hatten. Nichtsdestotrotz starteten Amundsen, Nobile und Ellsworth und erreichten am Tag darauf den Nordpol. Damit gilt der 12. Mai 1926 als der Tag, an dem sich erstmals Menschen über dem Nordpol befanden. Denn was weder Amundsen noch der Rest der Welt damals wussten, war, dass auch Robert E. Peary den Nordpol mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht erreicht hatte. Erst 43 Jahre später, im Jahr der ersten Mondlandung, setzte mit dem Briten Walter William Herbert tatsächlich ein Mensch seinen Fuss auf den nördlichsten Punkt der Erde.

Richard Byrd behauptete, am 9. Mai 1926 gemeinsam mit Floyd Bennett als erster mit dem Flugzeug, einer dreimotorigen Fokker, den Nordpol über den Luftweg erreicht zu haben. Doch Untersuchungen an Flugzeug und später an den Unterlagen der beiden zeigten, dass sich Byrd verrechnet hatte und sie den Nordpol nicht erreicht hatten.
Richard Byrd behauptete, am 9. Mai 1926 gemeinsam mit Floyd Bennett als erster mit dem Flugzeug, einer dreimotorigen Fokker, den Nordpol über den Luftweg erreicht zu haben. Doch Untersuchungen an Flugzeug und später an den Unterlagen der beiden zeigten, dass sich Byrd verrechnet hatte und sie den Nordpol nicht erreicht hatten.

Quelle: PolaNEWS