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Svalbard ist ein kleines Abbild der Arktis. Besonders Rentiere, die im englischen Sprachraum oft als die Zugpferde von Santa Klaus dienen, sind eine der Ikonen Svalbards. Die Tiere sind aber kleiner und stämmiger als die gewöhnlichen Festlandrentiere. Nun haben Ökologen herausgefunden das genau diese kleinen Svalbardrentiere aufgrund des Klimawandels noch weiter schrumpfen.

Svalbardrentiere sind kleiner und stämmiger als die Tiere auf dem Festland, da ihre Nahrungsgebiete kleiner sind. Und kleinere Tiere brauchen weniger Nahrung. Bild: Michael Wenger
Svalbardrentiere sind kleiner und stämmiger als die Tiere auf dem Festland, da ihre Nahrungsgebiete kleiner sind. Und kleinere Tiere brauchen weniger Nahrung. Bild: Michael Wenger

Auf dem Jahrestreffen der Britischen ökologischen Gesellschaft haben Forscher gezeigt, dass in den letzten 20 Jahren, in denen die Sommer und Winter in der Arktis immer wärmer geworden waren, die Svalbardrentiere kleiner und leichter wurden. Die Wissenschaftler vom James Hutton Institut, dem norwegischen Institut für Naturforschung und der norwegischen Universität für Naturwissenschaften haben seit 1994 in der hohen Arktis Daten erhoben indem sie Rentiere vermessen und gewogen hatten. In jedem Winter wurden 10 Monate alte Kälber gefangen, vermessen und markiert, um im darauffolgenden Jahr wieder gefangen und vermessen zu werden, bis sie erwachsen waren.

Svalbardrentiere sammeln sich in kleinen Herden aufgrund der knappen Nahrung und der Abwesenheit von Jägern wie beispielsweise Wölfe. Bild: Michael Wenger
Svalbardrentiere sammeln sich in kleinen Herden aufgrund der knappen Nahrung und der Abwesenheit von Jägern wie beispielsweise Wölfe. Bild: Michael Wenger

Die Untersuchung zeigte, dass in den letzten 16 Jahren das Durchschnittsgewicht der erwachsenen Rentiere ging um 12% zurück, von 55 kg (1994) auf 48 kg (2010). Der Studienleiter Professor Steve Albon glaubt, dass drei Faktoren, die alle vom Klimawandel beeinflusst werden, dafür verantwortlich sind. „Auf Svalbard bedeckte der Schnee während acht Monaten den Boden und niedrige Temperaturen beschränkten das Graswachstum auf Juni und Juli. Da aber die Sommertemperaturen um 1.5°C angestiegen waren, wurden die Weideflächen produktiver und die weiblichen Rentiere konnten mehr Gewicht zulegen und auch mehr Kälber kriegen,“ erklärt Albon. Wärmere Winter, jedoch, bedeuten mehr Regen. Dieser fällt als Schnee und gefriert, was die Rentier von ihrer Nahrung unter der Schneedecke abschneidet. Als Resultat verhungern die Rentiere, verlassen ihre Kälber oder gebären sehr leichte Kälber. Der dritte Faktor ist die Verdoppelung der Anzahl Rentiere in den letzten 20 Jahren. Dadurch entstand grösserer Wettbewerb um die Nahrung, was wiederum die kleineren Rentiere erklärt. All diese Faktoren zusammen könnten die Tiere in Gefahr bringen, erklärt Albon weiter. „Die Vermutung liegt nahe, dass es mehr kleinere Rentiere in der Arktis in den kommenden Jahrzehnten geben wird und diese möglicherweise katastrophalen Aussterbeereignissen entgegenblicken, weil es mehr Eis am Boden geben wird.“

Während die Zahl der Jäger in Svalbard in den letzten Jahren immer weiter zurückging, stieg die Zahl der Rentiere stetig an und verdoppelte sich beinahe in den letzten 20 Jahren. Die Tiere sterben heutzutage entweder alterbedingt oder aufrgund von natürlichen Ereignissen wie zuviel Eis. Bild: Michael Wenger
Während die Zahl der Jäger in Svalbard in den letzten Jahren immer weiter zurückging, stieg die Zahl der Rentiere stetig an und verdoppelte sich beinahe in den letzten 20 Jahren. Die Tiere sterben heutzutage entweder alterbedingt oder aufrgund von natürlichen Ereignissen wie zuviel Eis. Bild: Michael Wenger

Quelle: British Ecological Society (BES)