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Im kommenden August wird das Expeditionsschiff M/V Ortelius, Eigentum der niederländischen Reederei Oceanwide Expeditions, mehr als 60 Wissenschaftler an Bord haben für die grösste niederländische Forschungsexpedition, die es je gab. Die «Wissenschaftsexpedition Edgeøya Spitsbergen» wird die Forscher, die aus den verschiedensten Fachrichtungen stammen, an einen der abgelegensten Orte des Archipels führen. Ziel der Expedition ist es, die Effekte von menschlichen Aktivitäten in der Arktis zu messen.

Die M/V Ortelius ist das Arbeitspferd der Reederei Oceanwide Expeditions. Das ehemalig russische Schiff ist das stärkste zurzeit verfügbare Expeditionsschiff und besitzt die Eisklasse L1 (1A). Ausserdem ist das Schiff mit einem Helipad und einem Hangar ausgerüstet. Damit können auch Fahrten abseits der üblichen Routen unternommen werden. Bild: Michael Wenger
Die M/V Ortelius ist das Arbeitspferd der Reederei Oceanwide Expeditions. Das ehemalig russische Schiff ist das stärkste zurzeit verfügbare Expeditionsschiff und besitzt die Eisklasse L1 (1A). Ausserdem ist das Schiff mit einem Helipad und einem Hangar ausgerüstet. Damit können auch Fahrten abseits der üblichen Routen unternommen werden. Bild: Michael Wenger

Edgeøya ist eine Insel, die im südöstlichen Bereich des Svalbard-Archipels liegt. Sie ist Teil des Søraust Svalbard Naturreservats und die Heimat von Eisbären und Rentieren. Mit seinen 5‘073 km2 ist Edgeøya die drittgrösste Insel im Archipel. Entdeckt wurde sie 1614 von einem holländischen Walfänger namens Joris Carolus. Doch ihren Namen erhielt die Insel erst 1616, als ein englisches Schiff unter dem Kommando von Thomas Edge dort ankam.

Mark van der Hulst, technischer Direktor bei Oceanwide (2.v.l.) und Frits Steenhuisen (1.v.l.) von der Universität Groningen diskutieren mit Forschern den Aufbau von Laborgeräten auf einem der Aussendecks der Ortelius. Bild: Oceanwide Expeditions
Mark van der Hulst, technischer Direktor bei Oceanwide (2.v.l.) und Frits Steenhuisen (1.v.l.) von der Universität Groningen diskutieren mit Forschern den Aufbau von Laborgeräten auf einem der Aussendecks der Ortelius. Bild: Oceanwide Expeditions

Kapp Lee, das auf der Insel Edgeøya liegt, ist der Ort einer ehemaligen niederländischen Forschungsstation von 1968 bis 1988. In diesen zwanzig Jahren wurde eine grosse Menge an verschiedensten Daten gesammelt. Die jetzige Expedition ist nun eine einzigartige Möglichkeit, nochmals an diese Orte zu gelangen und neue Daten zu sammeln, die danach mit den historischen Datensets verglichen werden kann. Dies bietet einen Einblick in die Veränderungen der letzten 20 bis 40 Jahre. Die Gruppe von Forschern, bestehend aus Biologen, Archäologen, Geologen und Sozialforschern wird die Verteilung von Seevögeln und Walen, die Ökologie von Walrossen und anderen Robben, die Effekte der menschlichen Nutzung der Natur und die Sozialaspekte der unterschiedlichen Blickrichtungen von Forschern, Touristen und Bewohnern von Spitzbergen untersuchen.

Für die 10-tägige Fahrt und die 60 Wissenschaftler wird eine Menge an Ausrüstung im Schiff untergebracht werden müssen. Glücklicherweise ist die Kapazität des Schiffes enorm und erlaubt die Unterbringung von grossen Mengen an Material. Bild: Oceanwide Expeditions
Für die 10-tägige Fahrt und die 60 Wissenschaftler wird eine Menge an Ausrüstung im Schiff untergebracht werden müssen. Glücklicherweise ist die Kapazität des Schiffes enorm und erlaubt die Unterbringung von grossen Mengen an Material. Bild: Oceanwide Expeditions

Neben den Forschern werden auch Touristen mit an Bord sein, die so die Möglichkeit erhalten, wissenschaftliche Arbeit direkt zu erleben und Informationen über die Resultate aus erster Hand zu erfahren. Ein besonderer Platz an Bord ist für drei Wissenschaftler reserviert, die zusammen in der ursprünglichen Forschungsstation 1968 gearbeitet hatten und sogar dort in einer bequemen Schutzhütte überwintert hatten, in 24-stündiger Dunkelheit und umzingelt von hungrigen Eisbären. Die gesamte Fahrt dauert 10 Tage und wird im gesamten Bereich von Edgeøya und den südlichen Teil der anderen Insel Barentsøya umfassen. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Schiff der Reederei Oceanwide Expeditions in wissenschaftliche Arbeiten miteinbezogen wurde. In der Vergangenheit wurden sowohl die Ortelius wie auch die Plancius genutzt, um Forschungsdaten zu erhalten oder Forscher an ihre abgelegenen und schwer zu erreichenden Feldstudienorte zu bringen. Als AECO-Mitglied hat sich die Reederei für eine verantwortungsvolle Erforschung der polaren Regionen verpflichtet und ist auch von wissenschaftlicher Forschung abhängig, um den menschlichen Einfluss in diesen letzten Wildnissen der Erde zu minimieren.

Quelle: Oceanwide Expeditions