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Unter den Ländern, die ein wachsendes Interesse an der Antarktis besitzen, sind auch viele asiatische Länder wie China, Indien, Japan und Südkorea. Einige dieser Länder haben neue Stationen errichtet und die nationalen Forschungsanstrengungen werden schrittweise erhöht.

Jetzt vergrössert auch Südkorea seine Präsenz in Antarktika. «In den letzten sechs bis sieben Jahren hat Südkorea mindestens US$ 300 Millionen in die antarktische Forschung investiert», erklärt Dr. Yeadong Kim, der Chef der neuen Antarktisstation Jang Bogo in der Terra Nova Bucht im Rossmeergebiet. Dieser Betrag beinhaltet nicht die Entwicklung von Forschungszentren in Südkorea selbst. Ein Gebäude, welches 2013 eröffnet wurde, zeigt das Engagement der südkoreanischen Regierung: sechs Stockwerke beherbergen wissenschaftliche Labore. Daneben hat Südkorea auch einen Milliardenauftrag zum Bau des Eisbrechers RV Araon bewilligt.

Der Eisbrecher RV Araon ist mit den modernsten wissenschaftlichen Geräten ausgerüstet und kann geophysikalische, biologische und ozeanographische Forschung betreiben. ©KOPRI
Der Eisbrecher RV Araon ist mit den modernsten wissenschaftlichen Geräten ausgerüstet und kann geophysikalische, biologische und ozeanographische Forschung betreiben. ©KOPRI

Seit Anfang November 2014 besitzt das koreanische Polarforschungsinstitut (KOPRI) auch ein Kooperationsbüro im International Antarctic Centre in Christchurch, Neuseeland. Dort sind auch die Programme Neuseelands, der Vereinigten Staaten und Italiens situiert. «Von heute an liegen alle vier Antarktis-Programme, die in der Rossmeer-Region arbeiten, an einem Ort hier in Christchurch zusammengefasst. Das bedeutet, dass wir unsere operationellen Aktivitäten durch das gemeinsame Verschieben des Personals verbessern können und die Mittel in der Region teilen können», erklärt der Vorstandsvorsitzende von Antarctica New Zealand, Peter Biggs. «Wir sind sehr stolz auf Christchurch's Position als Tor nach Antarktika und die kombinierte Infrastruktur von Internationalem Flughafen, Trockendock, Seehafen und maschinellen Anlagen, die eine effiziente Unterstützung für unsere nationalen Antarktisprogramme, die in der Rossmeerregion Antarktikas durchgeführt werden.»

Die Eröffnungszeremonie des neuen Büros beinhaltete die formelle Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages zwischen den koreanischen und neuseeländischen nationalen Antarktisprogrammen. Dies erhöht auch den Wert der Regierungsverträge, die zwischen den beiden Ländern im Jahr 2012 unterzeichnet worden waren. Diese erleichtern den Transit von Personal durch Neuseeland, die für den Bau der koreanischen Station Jang Bogo ein Jahr später. Beide Verträge fördern die bestehende Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern in den Bereichen antarktische Politik, Forschung und logistischen Aktivitäten. «Korea und die Leute in Christchurch, Neuseelands Tor in die Antarktis teilen einen langen Mensch-zu-Mensch Geschäfts- und Wissenschaftsaustausch», sagt Peter Biggs weiter.

Die koreanische Station Jang Bog. Sie wird bis zu 60 Personen beherbergen, wenn die 16 Gebäude sich über das 4.5 Kilometer grosse Gebiet erstrecken. Die Station soll als «sauber» gelten, da sie aus umweltfreundlichen Materialien gebaut wird und ihren Energiebedarf mit Solar- und Windenergie decken wird. ©KOPRI
Die koreanische Station Jang Bog. Sie wird bis zu 60 Personen beherbergen, wenn die 16 Gebäude sich über das 4.5 Kilometer grosse Gebiet erstrecken. Die Station soll als «sauber» gelten, da sie aus umweltfreundlichen Materialien gebaut wird und ihren Energiebedarf mit Solar- und Windenergie decken wird. ©KOPRI

Die Eröffnung des Büros war ein bedeutendes Ereignis. Mit dabei waren der Präsident des KOPRI, mehrere koreanische Regierungsvertreter, Melissa Lee als Mitglied des neuseeländischen Parlaments und die Bürgermeisterin von Christchurch, Lianne Dalziel. Der Direktor des neuseeländischen Antarktischen Forschungsinstituts NZARI, Dr. Gary Wilson, sagte: «Das NZARI freut sich, die gemeinsamen Forschungsanstrengungen Neuseelands mit dem KOPRI in den kommenden Saisons weiter zu vertiefen. Wir haben bereits eine solide Basis, die gemeinsame Pläne für Forschungsprojekte in der nächsten Saison beinhalten. Und der heutige Kooperationsvertrag zwischen Antarctica New Zealand und KOPRI erweitert diese Möglichkeiten.» Ihre gemeinsame Forschung wird dabei helfen, ein globales Verständnis für die Einflüsse Antarktikas und seine Verletzlichkeit in einem sich verändernden globalen Klima zu entwickeln.

Quelle: Antarctica New Zealand, http://antarcticanz.govt.nz