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Die antarktische Hütte des neuseeländischen Forscher und Entdeckers Sir Edmund Hillary soll restauriert werden. Das Gebäude aus der Saison 1957/57 ist ein Teil der ersten wissenschaftlichen Station Neuseelands nahe ihrer heutigen Scott Base. Der neuseeländische Antarctic Heritage Trust (NZAHT) benötigt rund eine dreiviertel Million Euro, um dieses Projekt durchführen zu können.

Die Hütte von Sir Edmund Hillary ist eher modern verglichen zu den Hütten anderer Entdecker wie beispielsweise Scott oder Shackleton. Bild: Antarctic Heritage Trust
Die Hütte von Sir Edmund Hillary ist eher modern verglichen zu den Hütten anderer Entdecker wie beispielsweise Scott oder Shackleton. Bild: Antarctic Heritage Trust

Im Sommer 2015 hat der neuseeländische Premierminister John Key im Parlament bekannt gegeben, dass Sir Edmund Hillarys Hütte in der Antarktis restauriert und konserviert werden soll. An dieser Bekanntmachung waren auch die überlebenden Mitglieder der Trans-Antarktis-Expedition von 1955 – 58, des Geophysikalischen Jahrs 1957-58 und Mitglieder von Hillarys Familie. Hillarys Hütte, genannt „Hütte A“ ist Teil der ersten wissenschaftlichen Gebäude Neuseelands bei der heutigen Scott Base, der neuseeländischen Station. Die Hütte ist das übriggebliebene Originalgebäude, welches mit Hilfe der damaligen Regierung für die Mitarbeit an der Trans-Antarktis-Expedition von 1955 – 58 und das berühmte geophysikalische Jahr von 1957 – 58 gebaut wurde. Die Hütte wurde gebaut, um den Briten bei der ersten Durchquerung der Antarktis während des Sommers 1957 – 58 zu helfen. Gerade eben von der Erstbesteigung des Everest zurückgekehrt, wurde Sir Edmund Hillary aufgeboten, die neuseeländische Gruppe zu führen, die vom Rossmeer aus Nachschubdepots zum Südpol legen sollte. Das neuseeländische Team überschattete die britische Gruppe unter der Führung von Dr. Vivian Fuchs, als sie entschieden hatten, den Briten ein Rennen zu liefern und sie auf dem Weg zum Südpol um 15 Tage schlugen.

Viele Gegenstände sind lange Zeit bemerkenswert gut erhalten geblieben. Trotzdem haben nun vermehrte Feuchtigkeit und höhere Temperaturen den Artefakten zugesetzt und sie müssen nun aufwändig konserviert werden. Bild: Antarctic Heritage Trust
Viele Gegenstände sind lange Zeit bemerkenswert gut erhalten geblieben. Trotzdem haben nun vermehrte Feuchtigkeit und höhere Temperaturen den Artefakten zugesetzt und sie müssen nun aufwändig konserviert werden. Bild: Antarctic Heritage Trust

Heutzutage gilt die Hütte in Anerkennung ihrer Wichtigkeit in der Entdeckungsgeschichte der Antarktis als historisches Monument gemäss dem Antarktisvertrag. Der NZAHT, der bereits für die Konservierung der Hütten von Shackleton und Scott verantwortlich war, erklärt, dass Hillarys Hütte dringend repariert werden müsste. Das Dach sei undicht, Schmelzpfützen bildeten sich unter dem Boden, Asbest blättert ab und Artefakte zeigen Anzeichen von Schäden und Korrosion.

Die Kleidung von damals zeigt bereits grosse Ähnlichkeit zu den heutigen Ausrüstungsgegenständen. Bild: Antarctic Heritage Trust
Die Kleidung von damals zeigt bereits grosse Ähnlichkeit zu den heutigen Ausrüstungsgegenständen. Bild: Antarctic Heritage Trust

Die Konservierungsarbeiten sind für Neuseeland von grosser Bedeutung. «Sir Ed war der Schirmherr des heutigen NZAHT bis zu seinem Tod. Wir fühlen uns geehrt, in Zusammenarbeit mit Antarctica New Zealand die Möglichkeit zu haben, die Ursprünge von Scott Base zu konservieren, nachdem wir die notwendigen Mittel aufgebracht haben werden», erklärt Nigel Watson,. Der Geschäftsführer von New Zealand Antarctic Heritage Trust.

Sir Edmund Hillary war noch ein richtiger Entdecker und war der erste Mensch, der den Mount Everest besteigen konnte. Weniger bekannt ist sein Rennen mit dem Briten Vivian Fuchs zum Südpol. Bild: NZPA
Sir Edmund Hillary war noch ein richtiger Entdecker und war der erste Mensch, der den Mount Everest besteigen konnte. Weniger bekannt ist sein Rennen mit dem Briten Vivian Fuchs zum Südpol. Bild: NZPA

Der NZAHT muss nun rund €750‘000 zusammenbringen, um das Gebäude wieder wetterfest zu machen, die Asbestüberreste zu entfernen, die gesamte Artefaktensammlung zu konservieren und katalogisieren und einen Unterhaltsplan für die nächsten 25 Jahre zu finanzieren. Das sehr intensive Arbeitsprogramm wird sich bis in die Saison 2016/17 hineinziehen und neun oder mehr Spezialisten beinhalten. Die Organisation hofft, die Arbeiten noch vor dem 60. Geburtstag der Scott Base im Jahr 2017 beenden zu können.

Quelle: Antarctic Heritage Trust and Radio New Zealand