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Zum ersten Mal seit 5 Jahren hat ein Expeditionsschiff eine reelle Chance, die historisch interessante und wichtige Hütte von Douglas Mawson in der Commonwealth Bay (Ostantarktis) zu erreichen. Dies, weil zwei Eisberge, die bisher den Zugang versperrt haben, nun weggetrieben sind.

Die Australasiatische Antarktisexpedition von 1912 unter Douglas Mawson ist eine der grössten Abenteuergeschichten Australiens. Sie erzählt von Entbehrung und Überlebenswille am kältesten und windigsten Ort der Welt, Antarktika. Heute jedoch zeugen nur noch zwei Holzgebäude von der Expedition, genannt Mawson’s Hütten, in der Commonwealth Bay, Ostantarktis.

Douglas Mawson war ein australischer Abenteurer und Entdecker. Er wurde, wie viele andere, von der rauen Schönheit Antarktikas gefangen und war an mehreren Expeditionen beteiligt. Auf seiner Australasiatischen Expedition von 1912 überlebte er nur knapp und musste unter extremen Bedingungen überwintern.
Douglas Mawson war ein australischer Abenteurer und Entdecker. Er wurde, wie viele andere, von der rauen Schönheit Antarktikas gefangen und war an mehreren Expeditionen beteiligt. Auf seiner Australasiatischen Expedition von 1912 überlebte er nur knapp und musste unter extremen Bedingungen überwintern.

Seit 2011 hatte ein 97 Kilometer langer Eisberg mit der Bezeichnung B9B den Eingang zur Commonwealth Bay blockiert. Letztes Jahr stiess noch ein zweiter riesiger Eisberg mit der Bezeichnung C15 dazu. Experten schätzten, dass die Berge noch bis zu 10 Jahre an der Stelle bleiben würden und so den Zugang zu den historischen Stätten verunmöglichen würden. Glücklicherweise stellten sich die Schätzungen als falsch dar und Berichten zufolge, sind die beiden Eisberge auseinandergebrochen und haben sich verschoben. Damit können nun wieder Schiffe nach fünf Jahren in die Commonwealth Bay hineinfahren. Eines der ersten Schiffe, die sich die neuen Bedingungen zunutze machen möchten, ist das 54-Passagiere tragende Expeditionsschiff «Akademik Shokalskiy», welches am 9. Januar 2016 Hobart für eine 26-Tage dauernde Reise in die Ostantarktis verlassen hat. Einer der Zielpunkte ist die Commonwealth Bay. Sollten es die Wetterbedingungen erlauben, werden die Passagiere der «Shokalskiy» die Chance haben, Mawson’s Hütten zum ersten Mal seit fünf Jahren zu besuchen. Ihr Besuch wird auf den Tag 104 Jahre nach der Gründung von Mawson’s «Station für wissenschaftliche Zwecke» stattfinden. Zu jenem Zeitpunkt hatte Mawson nach einem passenden Standort für die Station und an diesem Ort ein Quai aus Eis gefunden. Er nannte den Platz Kap Denison und von dort aus unternahmen er und seine Männer Erkundungsfahrten.

Eine alte Aufnahme der Hütten, die Mawson und seine Männer gebaut hatten. Unter den Expeditionsmitgliedern befand sich auch ein Schweizer, Xavier Mertz, der sein Leben auf einer der Touren mit Mawson 1913 verlor.
Eine alte Aufnahme der Hütten, die Mawson und seine Männer gebaut hatten. Unter den Expeditionsmitgliedern befand sich auch ein Schweizer, Xavier Mertz, der sein Leben auf einer der Touren mit Mawson 1913 verlor.

Die Reise der «Shokalskiy» bietet auf der einen Seite eine einzigartige Gelegenheit für die Passagiere, diese historische Stelle zu besuchen. Gleichzeitig wird sie aber auch Geld für die Stiftung Mawson’s Hut Foundation sammeln, die seit 1997 für die Restaurierung und Instandhaltung der Holzstrukturen verantwortlich ist. Die Kosten dafür betragen rund US$ 8 Mio.

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Quelle: Dr. Katja Riedel