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Ein vierköpfiges Team aus Australien hat den Rekord für die schnellste Umrundung von Südgeorgien in Kajaks gebrochen. Sie benötigten für die rund 570 Kilometer lange Strecke nur gerade 13 Tage.

Mitten im Südatlantik in den sogenannten «Rasenden Fünfziger» (Furious Fifties), einer Breitengradzone, in die auch Kap Horn hineinragt, liegt Südgeorgien. Die Insel bietet einen ehrfurchtserweckenden Anblick und ist eine der wildesten und auch tierreichsten Regionen der Erde. Ein Team aus vier Australiern, John Jacoby, Chris Porter, Andrew Maffet und Jim Bucirde hatte sich das Ziel gesetzt, diese dramatische und doch wunderschöne Insel mit ihren Seekajaks zu unrunden.

Die vier Australier begannen ihre Fahrt in Grytviken, dem einzigen permanent bewohnten Ort auf Südgeorgien. Foto: South Georgia Circumnavigators
Die vier Australier begannen ihre Fahrt in Grytviken, dem einzigen permanent bewohnten Ort auf Südgeorgien. Foto: South Georgia Circumnavigators

Nach einer ruppigen Überfahrt von den Falklandinseln auf der Segeljacht Pelagic erreichten die Australier Grytviken am 2. Februar 2015. Ihre Kajaks waren bereits einige Wochen vorher mit einem anderen Expeditionsschiff rübergebracht worden. Das Team verbrachte lediglich einen Tag für die notwendigen Vorbereitungen und startete bereits am 3. Februar zur Umrundung. Doch dieses Jahr war in Südgeorgien der Wind die vorherrschende Kraft und die Männer konnten am ersten Tag gerade mal 5 Kilometer zurücklegen. Ein weiteres Problem stellten die Paddel dar, die in Stanley ausgeliehen werden mussten, da ihre eigenen Paddel noch nicht in Südgeorgien angekommen waren. Glücklicherweise konnte ein anderes Schiff den Australiern ihr Eigentum in der Bay of Isles übergeben und so konnte das Team die Nordspitze nach einem 55 Kilometer Paddeln am 8. Februar umrunden.

Von Anfang an musste das Kajakteam mit Wind und Wetter ringen und starke Gegenwinde wirbelten oft das Wasser auf. Foto: South Georgia Circumnavigators
Von Anfang an musste das Kajakteam mit Wind und Wetter ringen und starke Gegenwinde wirbelten oft das Wasser auf. Foto: South Georgia Circumnavigators

Nach der ersten Hürde konnte das Team an einem Tag bereits 70 Kilometer entlang der Südküste zurücklegen. Diese Region Südgeorgiens ist bekannt für sehr starke Winde und hohen Seegang. Einige der Böen auf der Seite erreichten während der Fahrt bis zu 90 km/h und durch den Wind sank die gefühlte Temperatur auf -10°C. Nachdem die Südostspitze bei Cape Disappointment umrundet war, lag das Schlimmste hinter den Männern und sie erlaubten es sich, etwas Zeit bei den Königspinguinen von St. Andrews Bay zu verbringen. Auch sie konnten sich nicht der Magie von rund 400‘000 Pinguinen entziehen.

Ein fantastisches Erlebnis, an den abgelegensten Orten Südgeorgiens eine Pause vom Paddeln einzulegen mit jungen See-Elefanten als Nachbarn. Foto: South Georgia Circumnavigators
Ein fantastisches Erlebnis, an den abgelegensten Orten Südgeorgiens eine Pause vom Paddeln einzulegen mit jungen See-Elefanten als Nachbarn. Foto: South Georgia Circumnavigators

Die Reise endete für die vier Australier am 15. Februar 2015, nur 13 Tage nachdem sie von Grytviken gestartet waren, wieder in der ehemaligen Walfangstation, mit Gegenwind notabene. Obwohl sie vor ihrer Abfahrt verneint hatten, einen neuen Rekord aufstellen zu wollen, pulverisierten die vier australischen Männer den bestehenden Rekord eines britischen Teams von 2005 um vier Tage. Den ersten Rekord hatte ein dreiköpfiges «Abenteuer-Philosophie»-Team aus Neuseeland auch im Jahr 2005 aufgestellt und für die Umrundung 19 Tage benötigt.

Die Gruppe feierte ihre erfolgreiche und schnelle Umrundung Südgeorgiens gebührend mit alkoholhaltigem Sprudelwasser. Foto: South Georgia Circumnavigators
Die Gruppe feierte ihre erfolgreiche und schnelle Umrundung Südgeorgiens gebührend mit alkoholhaltigem Sprudelwasser. Foto: South Georgia Circumnavigators

Quelle: South Georgia Newsletter